Was Marcel bewertet.
Marcel beurteilt ausschließlich baltischen Bernstein (Succinit) — also das Material, das er seit 2012 in der Hand hat und durch Tausende von Stücken vergleichen kann. Innerhalb dieser Spezialisierung deckt er das volle Spektrum ab: vom rohen Sammlerstein über antiken Schmuck bis zum musealen Kunstobjekt.
- Antike SBM-Schmuckstücke aus der Staatlichen Bernstein-Manufaktur Ostpreußen (vor 1945) — Olivenketten, Kugelketten, Königsberger Schliff
- Fischländer Silberschmuck (Georg-Kramer-Schule) und ostdeutsche Sammler-Stücke
- Bückeburger Trachtketten und andere regionale Hochzeits- und Trachten-Bernsteinketten
- Antik-Schmuck der Gründerzeit, des Jugendstils, der 20er- und 30er-Jahre — Broschen, Anhänger, Ringe, Manschettenknöpfe
- Roh-Sammlerstücke mit klarer Provenienz (Samland, Polen, deutsche Ostseeküste) — besonders rissfreie Stücke ab 100 g
- Inklusen-Stücke — Bernstein mit gut sichtbaren tierischen oder pflanzlichen Einschlüssen
- Bernstein-Kunstobjekte: Schatullen, Teller, Ehrenpreise, geschnitzte Figuren
Was Marcel nicht bewertet.
Aus Respekt vor Ihrer Zeit und der eigenen Fachgrenze — eine ehrliche Negativ-Liste. Schicken Sie diese Materialien lieber nicht ein, oder rechnen Sie mit einem klaren „liegt außerhalb meiner Spezialisierung":
- Nicht-baltischer Bernstein: Dominikanischer Bernstein, Burmit (Burma/Myanmar), mexikanischer Bernstein, Sumatra-Bernstein — anderes Material, anderer Markt, andere Experten (siehe Bernstein vs. Kopal für die Material-Abgrenzung)
- Kopal — zu junges Baumharz, nicht fossilisiert. Sieht ähnlich aus, ist materialkundlich aber kein Bernstein
- Modeschmuck der 1970er bis 90er, industrielle Massenware ohne Manufakturen-Provenienz
- Phenolharz-Imitate, Pressbernstein-Konsumware, Kunststoff-Fälschungen, „Bakelit"-Stücke
- Aufgelöste Konvolute ohne identifizierbare Provenienz, in denen einzelne Stücke nicht zugeordnet werden können
- Schwer beschädigter Bernstein ohne Restaurierungs- oder Sammlerwert
Sie sind unsicher, ob Ihr Stück baltisch ist? Schicken Sie es trotzdem — die Material-Einordnung gehört zur Schätzung und Marcel sagt offen, wenn er nichts dazu beitragen kann. Bei Konvoluten aus Nachlässen, in denen baltische und nicht-baltische Stücke gemischt vorliegen, sortiert Marcel das ein, was er beurteilen kann, und nennt für den Rest die Richtung — also welche Fachrichtung oder welcher Auktions-Experte sich besser eignet.
Eine grundsätzliche Ehrlichkeit gehört dazu: Wer eine Foto-Schätzung anbietet, muss benennen können, wo das Format an seine Grenzen kommt. Ein Foto ersetzt keine Lupen-Untersuchung, keine UV-Lampe und kein Spezifisches-Gewicht-Test. In rund 80 Prozent der Fälle reicht das Bild für eine belastbare Einordnung — in den verbleibenden Fällen sagt Marcel das offen, statt zu spekulieren.