Bernstein ist anders als jeder andere Schmuckstein. Er ist kein Mineral, sondern fossiles Baumharz — ein organisches Material, das vor 30 bis 50 Millionen Jahren aus den Wäldern des Eozäns in die Sedimentschichten der Ostsee gelangte und dort über Jahrmillionen aushärtete. Diese Herkunft hat Konsequenzen für die Pflege: Bernstein verhält sich nicht wie ein Diamant, nicht wie ein Saphir und auch nicht wie eine Perle. Er hat seine eigenen Empfindlichkeiten, seine eigenen Verträglichkeiten — und seine eigenen tabuisierten Reinigungs-Methoden.
Die wichtigste Regel vorab: Weniger ist mehr. Bernstein, der über Generationen schön geblieben ist, wurde in der Regel nicht intensiv „gepflegt", sondern geschont. Wer ein altes SBM-Schmuckstück aus dem Nachlass erbt, sollte zuerst nichts tun außer staubabwischen — und dann in Ruhe entscheiden, ob überhaupt eine Reinigung nötig ist. Viele der schlimmsten Bernstein-Schäden entstehen durch übermotivierte Reinigungsversuche, nicht durch das Tragen.
Geltungsbereich: Diese Pflegeanleitung gilt ausschließlich für baltischen Bernstein (Succinit) — den Bernstein der Ostsee, des Samlands, Polens und der norddeutschen Küsten. Für dominikanischen Bernstein, Burmit aus Myanmar, mexikanischen oder Sumatra-Bernstein gelten teilweise abweichende Pflegeregeln; wir bewerten und beraten ohnehin nur zu baltischem Material. Die hier beschriebenen Techniken sind auf Schmuck mit Succinit-Bernstein abgestimmt — von der SBM-Olivenkette bis zum schlichten Cabochon-Anhänger.