Wer Bernstein verstehen will, muss zuerst lernen, ihn zu unterscheiden. Das Wort selbst ist unscharf: Es bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch jeden fossilen Baumharz-Stein — und damit eine bunte Sammlung mineralisch verwandter, aber wirtschaftlich völlig unterschiedlicher Materialien. Eine Typologie ist daher kein akademisches Spiel, sondern die Grundvoraussetzung jeder seriösen Bewertung. Wer einen Bernstein verkaufen, schätzen oder einfach nur einordnen will, beginnt mit der Frage: welcher Bernstein?
Diese Seite ordnet das Feld. Wir konzentrieren uns dabei strikt auf das, was Marcel seit 2012 fachlich beurteilt und vermittelt: baltischen Bernstein, mineralogisch korrekt als Succinit bezeichnet, mit einem Bernsteinsäure-Anteil von 3–8 %. Alles, was wir an Marktdaten, Provenienz-Wissen und Preisspannen kennen, gilt für dieses Material aus den Lagerstätten rund um die Ostsee — Samland, Litauen, Polen, dänische und deutsche Küsten, gelegentlich Schweden.
Andere weltweite Bernstein-Sorten — der berühmte dominikanische Bernstein, der kreidezeitliche Burmit aus Myanmar, mexikanischer Chiapas-Bernstein, der junge Sumatra-Bernstein aus Indonesien — kommen in dieser Übersicht ausdrücklich vor, aber zur Abgrenzung. Marcel bewertet diese Materialien nicht. Wer ein solches Stück besitzt, ist bei spezialisierten Karibik- oder Asien-Händlern besser aufgehoben.
Im Folgenden sechs Material-Klassen baltischen Bernsteins, mit Farbe, Entstehung, Marktposition und realer Preisspanne. Anschließend die Abgrenzung zu den Welt-Sorten, die Übersichtstabelle, drei Routing-Optionen je nach Anliegen — und am Ende die Quellen, an denen sich seriöse Bernstein-Forschung orientiert.